Karfreitag

Herzlich willkommen auf dieser Seite!

Karfreitag erinnern wir uns an das Leiden und Sterben Jesu. Dieses Jahr können wir das nicht in einem Gottesdienst tun. Dennoch soll es eine Möglichkeiten geben, sich mit der Bedeutung von Karfreitag auseinander zu setzen. Dazu dient diese Seite. Hier kannst du dir einzelne Elemente anschauen und bei einem Gedanken verweilen oder dem Verlauf der Gedanken von oben nach unten folgen, ähnlich wie beim Ablauf eines Gottesdienstes.

Auf die in die Videos eingeblendete Werbung habe ich keinen Einfluss, klickt sie einfach weg (meist ein kleines Kreuzchen rechts oben in der Anzeige)!

Lied: Lege deine Sorgen nieder!

Wenn wir zur Ruhe kommen wollen, merken wir manchmal, wie schwer das tatsächlich ist. So viele Gedanken gehen uns noch durch den Kopf, Sorgen drängen in den Vordergrund. Sefora Nelson lädt uns mit dem folgenden Lied dazu ein, unsere Sorgen abzulegen. „All eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch!“ (1. Petrus 5,7)

Gebet

Treusorgender Gott und Vater,
ich komme zu dir mit allem, was mich im Moment umtreibt und belastet. Dir übergebe ich alle meine Sorgen, dir vertraue ich alle meine seelischen und körperlichen Leiden an. Denn du hast gesagt: „Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ (1. Petrus 5,7)
Ich nehme dich beim Wort und lege alle meine Sorgen in deine Hand. Mache du damit, was du willst. Dir übergebe ich, was mich bedrückt, was mir Angst macht und mich nach unten zieht. Ich lasse all das los und überlasse es dir.
Wo mich weiterhin Ängste und Sorgen plagen, tausche ich sie ein gegen die Gewissheit, dass du für mich sorgst, unabhängig von meinem Gefühl bist du da und kümmerst dich um mich.
Ich danke dir, dass du mich berufen hast, dir zu vertrauen und in deiner heilsamen Gegenwart zu leben. Danke für deinen Geist, der mir Zuversicht und Hoffnung schenkt. Amen.

Textlesung: Jesu Kreuzigung und Tod
Lukas 23,32-49

Bibeltext gelesen von Rufus Beck aus: Die große Luther-Hörbibel 2017, © 2019 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Zum Nachdenken

Jesus stirbt am Kreuz. Gedemütigt, verspottet und offensichtlich schwach. Karfreitag konfrontiert uns mit dem Thema der „Schwachheit“. Etwas, dem wir uns nicht gerne stellen. Die folgende Wortwolke gibt dir die Möglichkeit, dich mit Schwäche auseinanderzusetzen. Denn auch, wenn wir nicht gerne schwach sind, gibt es doch viele Wörter im Deutschen, die zum Wortfeld „schwach“ dazugehören.

  • Nimm dir etwas Zeit und betrachte die „Wortwolke“ zum Begriff „schwach“.
  • Wie wirken die Wörter auf dich? Was lösen sie bei dir aus?
  • Welches Wort trifft dich besonders? Warum?

Der Apostel Paulus hatte viel mit eigener Schwäche zu kämpfen. Er musste nicht nur darüber nachdenken, sondern sie auch durchleben. Gerade im 2. Korintherbrief beschäftigt ihn dieses Thema immer wieder, so in 2. Korinther 1,3-11, 2. Korinther 4,7-18 und 2. Korinther 6,3-10. Andere warfen Paulus seine Schwäche vor und fanden ihn wohl zu mickerig für einen vollmächtigen Diener Gottes. Er sei niemand, der etwas vorzuweisen habe, er könne sich mit nichts rühmen. Doch Paulus kommt in 2. Korinther 11,30 zu dem Ergebnis: „Wenn ich mich denn rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen.“ Warum das? Lies dazu den folgenden Text aus 2. Korinther 12,9:

Der Herr hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist alles, was du brauchst, denn meine Kraft kommt gerade in der Schwachheit zur vollen Entfaltung. Daher will ich mich nun sehr gerne vor allem meiner Schwachheiten rühmen, weil dann die Kraft von Christus in mir wohnt.

2. Korinther 12,9

Was ist das für ein ungeheurer Gedanke! Meine Schwäche ist nützlicher für Gott als meine Stärke? Weil gerade meine Schwäche die Chance für Gott ist, mit seiner Kraft in mir zu wohnen und so durch mich zu handeln. Ich denke, wir brauchen unser ganzes Leben dazu, das durchzubuchstabieren, zu begreifen und vor allem, uns darauf einzulassen. Aber das ist Leben aus Gnade. Darum fangen wir am besten gleich damit an und bitten Gott, seine Kraft in unserer Schwäche zur Entfaltung zu bringen.

Lied: Gnade, die genügt

Lied: Allein deine Gnade genügt

Zum Nachdenken

Jesus erlebt im höchsten Maße die Verletzlichkeit des Menschen – körperlich und seelisch. Er wird gefoltert und der Lächerlichkeit preis gegeben, er wird grausam getötet und verhöhnt.

Kreuz, Nagel und Dornenkrone symbolisieren die Verletzlichkeit Jesu. Auf den Gekreuzigten schauen, das heißt auch, über Verletzlichkeit nachdenken. Zuerst natürlich über die Verletzlichkeit Jesu, dann aber vielleicht auch über die eigene Verletzlichkeit.

  • Verletzlichkeit gehört zu unserem Menschsein.
  • Wer seine eigene Verletzlichkeit nicht verdrängt, sondern annimmt, der lebt erfüllter. Denn er muss nicht perfekt sein und auch nicht so tun. Er bittet eher um Hilfe, zeigt seine Gefühle und geht leichter das Risiko ein, zurückgewiesen und verletzt zu werden.
  • Demgegenüber verschließt sich jemand, der Verletzlichkeit vermeidet, dem, was verletzen könnte. Er bittet nicht, er wagt nicht, er teilt sich nicht mit und gibt nichts und niemandem im Leben größere Bedeutung.
  • Verletzlichkeit führt also dazu, dass wir uns mit anderen verbunden wissen. Wer Verletzlichkeit vermeidet, bleibt hingegen oft für sich alleine, verschanzt hinter schützenden Mauern.
  • Verletzlichkeit hat mit Liebe zu tun. Wer liebt, macht sich verletzlich. Er sagt zuerst „Ich liebe dich“ und wagt es, sich zu öffnen.

Der Zusammenhang zwischen Liebe und Verletzlichkeit wird nirgends so deutlich wie am Kreuz: Es ist die Liebe, die Jesus so verletzlich macht. Der Gekreuzigte zeigt eine Liebe, die niemanden aufgibt. Auch wenn jemand noch so wenig liebenswert ist, Jesus bleibt an seiner Seite. Auf diese Liebe lässt er sich buchstäblich festnageln.

Lied: Hier am Kreuz

Textlesung: Jesu Grablegung
Lukas 23,50-56

Bibeltext gelesen von Rufus Beck aus: Die große Luther-Hörbibel 2017, © 2019 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Das Glaubensbekenntnis wird normalerweise gemeinsam im Gottesdienst gesprochen. Im Moment geht es weder gemeinsam, noch im Gottesdienst. Trotzdem können wir uns verbinden, indem wir unseren Glauben bekennen, jeder an seinem Ort und zu seiner Zeit. Das gemeinsame Glaubensbekenntnis verbindet uns mit allen Christen weltweit, auch heute.

Du kannst es hier ablesen; wenn du willst, kannst du es auch mit mir gemeinsam sprechen. Dazu die Audio-Datei.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Apostolisches Glaubensbekenntnis, wohl aus dem 5. Jahrhundert

Segenswunsch

Den Segen Gottes können wir uns zusprechen lassen und ebenso anderen zusprechen. Und wir dürfen glauben, dass Gott sich zu diesen guten Wünschen stellt. Heute kannst du dir Gottes Segen zusingen lassen mit dem folgenden Lied.

In diesem Sinne: Sei gesegnet!

Lied: Gott segne dich